Liebe Freunde,
Zu lang ist es her seit dem letzten Update – aber nun. Zuerst
immer wieder „Vielen Dank“ an alle Beter und Spender! Jetzt aber gleich los ;-)
Seit dem letzten Blogeintrag ist schon wieder Zeit ins Land
gegangen. Über Weihnachten und Silvester
werde ich nicht viele Worte verlieren – so viel sei gesagt: Es war gut, einen
zweiten Jahreswechsel im Kreis der Freunde hier zu verbringen. Teilweise war es
wirklich unerträglich warm (46°C ist einfach kein Spaß mehr), aber irgendwie
gings dann doch – Gott sei Dank für Klimaanlagen ;-) Der Januar an sich war recht entspannt, im Nachhinein ist der Monat
mehr ein Sprungbrett gewesen, denn es wurde echt turbulent. Die Tatsache, dass
ich erstmal nicht mehr am Hillsong College weiterstudiere, brachte einige
wichtige „Statusänderungen“ mit sich – allen voran ein neues Visum und eine
neue Wohnung. Ganz abgesehen von einem neuen Tagesablauf und eben „nicht mehr
im College sein“; viel Veränderung also – Das Ganze hab ich mit einem guten
alten Vollbart kompensiert ;-)
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| Alles Materielle, was ich auf dieser Seite der Ewigkeit besitze. |
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| Es geht nichts über Bärte. |
Die erste Herausforderung war das Finden einer neuen Bleibe, was sich doch schwieriger
rausstellte, als ich dachte – Ende Januar bin ich für 3 Wochen in ein Haus
gezogen, nur um dann Mitte Februar erneut umzuziehen. Erstaunlich, wenn alle
mein Habe auf einen kleinen Truck passt. Jetzt wohne ich wieder 10 Minuten
Fußweg von der Hillsong Church weg, mit 7 (zwischenzeitlich 8) anderen Herren
der Schöpfung. Ja, es ist sauber und ja, wir kommen sehr gut zurecht J Ich teile mir ein
Zimmer mit Ian, einem eher stillen Amerikaner, den ich aber schon seit meinem
ersten Jahr hier in Sydney kenne. Ansonsten ist es eine sehr coole Gemeinschaft
und das Haus ist echt riesig, mit Garage und einem hauseigenen Mango-Baum. Und abends
fliegen Fledermäuse (geschätzte Flügelspannweite ca. 50-70 cm) in unserem
Garten und laben sich den Obstbäumen. Also, meine neue Adresse lautet:
Sven
Büttner
6
Foveuax Tce
Baulkham
Hills NSW 2153
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| Es lebt sich wahrlich nicht schlecht für die 8 Herren der Schöpfung. |
Das nächste große Unterfangen war das Visum. Da ich als nicht mehr Student bin, musste ich mir eine
andere Aufenthaltsberechtigung besorgen. Offiziell bin ich nun auf einem „Working
Holiday“ – Visum; das ist Visum, was viele der deutschen Backpacker haben. Das berechtigt
mich, einem Jahr in Australien zu bleiben, umherzureisen und zu arbeiten – im Moment
arbeite ich vor allen Dingen, dazu später mehr. Um das Visum zu bekommen,
musste ich mich aus dem Ausland bewerben – und das hat gut zum Stresslevel Anfang
des Jahres beigetragen ;-)
Das Gute war: Ich wurde gerade dazu gezwungen, nach Neuseeland zu gehen (Achtung, Sarkasmus
:-) und das war definitiv eine Erfahrung fürs Leben. Mitte Februar bin ich nach
Auckland geflogen, und von da aus weiter nach Norden, zu einem Ort namens
Whangarei („Wh“ wird wie „F“ ausgesprochen). Dort bin ich bei einer Bekannten „über
Ecken“ unserer Familie untergekommen: Viele gute Gespräche, sie hat mich auf
diesem Teil der Insel rumgeführt und es war einfach eine richtige Zeit. Um einer
Frage Antwort zu geben: Nein, ich war nicht im Hobbitdorf J Für alle Nicht- „Herr
der Ringe“ Leute: Auf Neuseeland wurde die Trilogie „Herr der Ringe“´gefilmt,
überwiegend im Süden der Nordinsel und auf der Südinsel. Ich war im Norden der
Nordinsel und leider reichte das Geld nicht, um nochmal so weit zu reisen…
Trotzdem wie gesagt eine großartige Erfahrung. Höhepunkt war der Besuch am Cape
Reigna (siehe Foto), dem nördlichsten Punkt Neuseelands. Auf dem Foto seht ihr
von links den Pazifik kommen, von rechts den Tasmanischen Ozean, und diese
beiden Wassermassen treffen in einem ca. 1 km2 großen Gebiet
aufeinander – pure Naturgewalt.
| Ozeane kollidieren. |
| Ein Maori und ich. |
Zurück aus Neuseeland ging dann das „normale Leben auf der anderen Seite der Erde“ los, in dem ich auch
jetzt gerade bin und mich zunehmend wohlfühle. In einer normalen Woche arbeite
ich Montags bis Freitag von ca. 8 – 16 Uhr, nehme mir danach ca. 1-2 Stunden
Zeit zum Bibel lesen, beten etc und dann geht’s ins Abendprogramm: Dienstag
Hauskreis, Mittwoch Abendcollege und Donnerstag Treffen des Kreativteams. Samstag
gehen wir oft auf Tagesausflüge, und Sonntag eben Gemeinde.
Zur Arbeit: Ich
arbeite bei der gleichen Firma (CI Scientific). Im Moment (wie die letzten 1, 2 Jahre auch),
sind wir auf Wachstumskurs – ein neuer Standort in Melbourne wurde jüngst
eröffnet, und seit einer Weile habe ich die Ehre, mit einem irischen Kollegen
im Verkauf zusammenzuarbeiten. Nebenbei ist er Stand-Up Comedian; eins sei
gesagt: es ist nie langweilig und spaßig zu arbeiten J Ich mache nach wie vor im
Verkauf mit; dadurch, dass ich mehr als vorher arbeite, mache ich auch immer
mehr Qualitätsmanagement, was mir von meinem Naturell her eher liegt. Um mich
fortzubilden, habe ich Anfang April einen 4-Tageskurs absolviert – Teuer, aber
eine gute Investition für die Zukunft ;-)
Wie oben erwähnt, bin ich abends meist in oder um die Gemeinde unterwegs. Dienstag ist immer
Hauskreistag; im Moment gehöre ich zu zwei verschiedenen, jeder abwechselnd
alle 2 Wochen. Beide sind in der sogenannten „Frontline“-Altersgruppe
angesiedelt, dass ist die Gruppe für die 25-35 Jährigen der Hillsong-Church. So
bekommen wir uns gegenseitig oft zu sehen, sei es durch Wochenendaktivitäten,
Sonntags in der Gemeinde oder eben unter der Woche. Sonntags gehe ich
mittlerweile immer in den 8.00 Gottesdienst und den 18.00 GoDi. Allen (und
besonders Musikern), die bei 8 Uhr aufstöhnen, sei gesagt: Startschuss für die
Proben ist meist 1,5 – 2 Stunden vor Gottesdienstanfang… Der 8 Uhr GoDi ist
recht entspannt, und mehr für Familien gedacht, während der 18 Uhr GoDi
deutlich auf eine jüngere Zielgruppe zugeschnitten ist – das lässt sich gut an
der Musik erkennen: Morgens sehr akustisch (fast Mumford & Sons – mäßig),
abends kommt man sich mehr wie in einem Rockkonzert oder ner Disco vor. Das
Gute ist: In beiden wird Jesus gepredigt und die Prediger sind wirklich gut J Soviel zum Sonntag.
Unter der Woche helfe ich immer noch bei der „Songwriting Masterclass“ mit,
einem Treffen für Songwriter in der Gemeinde. Dort hatten wir vor einer Weile
Brooke Fraser („Something in the Water“) und Jonas Myrin („Day of the battle“)
zu Besuch. Die beiden haben in einer entspannten Runde über ihre Erfahrungen in
ihrem Handwerk geredet – unglaublich gut. Mittwoch Abend nehme ich an einem
Abendkurs teil, der mit „Search for Life“ betitelt ist – im Prinzip eine Art
Glaubensgrundkurs, der stark auf das Thema „Identität“ und die eigene Gottesbeziehung
abzielt. Da sind mir bisher einige Kronleuchter aufgegangen und ich bereue kein
Stück, mich dafür angemeldet zu haben. Ihr seht: Mir gefällt es hier gerade
sehr gut und ich bin sehr dankbar, dass Gott mich hierher geführt hat (und
gerade führt).
Ansonsten fröne ich weiterhin dem Liederschreiben und lese
gerade extrem viel, vor allem christliche Literatur (geht viel einher mit dem oben
beschriebenen Abendkurs). Meinen Geburtstag habe ich im Kreise meiner Freunde
hier gefeiert – jeder hat was zu essen mitgebracht, sehr gut! Dank meiner
Eltern durfte ich noch die Blueslegende Buddy Guy live im Sydney Opera Haus sehen – der Hammer:
77 Jahre und kein Stück müde.
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| Im Inneren des weltberühmten Postkarten-Motivs. |
So komme ich nun zum Ende des längst überfälligen Updates.
Vielen Dank fürs Lesen und eure Unterstützung, sei es im Gebet, eMails oder auf
dem monetären Weg. Ich bete für euch!
Beste Grüße aus Tralien,
Sven



