Mittwoch, 25. Dezember 2013

2013 geht zu Ende

Liebe Freunde!

Was für ein Jahr! Hier nun der letzte Bericht für 2013 – es ist ne Menge passiert in den letzten 3 Monaten, dazu gleich mehr. Zuallererst natürlich wieder ein riesiges Dankeschön für eure Unterstützung, sei es durch Gebet oder Spenden – Danke! Nun aber los :-)

Den Löwenanteil der Zeit hat natürlich wieder das Leben am College eingenommen. Das zweite Semester meines zweiten Jahres hier war voll mit Prüfungsleistungen und allerlei spaßigen Sachen. Da ich ja mit dem Songwriting weiter gemacht habe, ging da viel Energie rein, dieses Semester auch deutlich mehr mit anderen Songwritern zusammen – mit besseren Ergebnissen, wie ich finde. Ein paar Hörproben gibt es unter https://soundcloud.com/bensvuettner. Es ist ein recht bunter Mix, ich hoffe euch gefällt‘s! Da Songs live gespielt doppelt so gut sind (besonders, wenn’s die eigenen sind ;-), habe ich oft auf einer Art „Open Mic“-Bühne gespielt, die wir im Rahmen des Colleges eingerichtet haben – gute Erfahrungen und ein bisschen deutsche Liedkultur haben wir dort auch eingebracht („Du bedeutest mir alles“ vom Samuel Harfst). Außerhalb des Colleges hab ich noch übers Semester hinweg Gesangsunterricht genommen und an meiner Engelsgleichen Stimme gefeilt – bis zur Oper ist es noch ein weiter Weg, und ich bin froh, hier von wirklich guten Leuten lernen zu können. Ein besonders Schmankerl war das Aufnehmen in einem semi-professionellen Studio für eine befreundete Songwriterin. In dem Bild weiter unten sind Mikrofone im Wert von 4000€ versteckt. Wer sie findet, darf sich freuen...
Ist sie nicht wunderschön?
Es gab natürlich auch Fächer, die nicht mit Musik zu tun hatten. Favoriten waren dort „Neues Testament“ (NT) und „Theologie“. In NT haben wir den Römerbrief und das Lukas-Evangelium näher unter die Lupe genommen – beides sind Bücher voller großer Konzepte und genialer Einsichten über einen genialen Gott. Mit dem Hintergrundwissen gehe ich jetzt anders an Bibeltexte heran. In Theologie sind wir verschiedene Glaubensansichten durchgegangen und haben sie hinterfragt. Bei manchen Themen waren die Diskussionen sehr lebhaft, und immer gewinnbringend ;-) Es hat meine Perspektive sehr verändert, von Leuten anderen christlichen Richtungen zu hören und trotzdem zu wissen, dass das Vertrauen in Jesus Christus immer die gemeinsame Basis für unseren Glauben ist – und wir nicht bei allen Themen immer 100% einer meiner Meinung sein müssen. 

Im Gemeindeleben war auch viel los – über das Jahr hinweg hab ich mich ja in einem der vielen Gemeindeableger eingesetzt. Das war gerade die letzten Wochen sehr aufregend: Der Lobpreis wurde immer besser, und konstant immer mehr Leute, die neu in die Gemeinde kommen. Mit den Leuten komme ich dort sehr gut zurecht. Hier ein Bild aus dem „Cinema 7 – A Touch from Heaven“.
Welcome Home - MacQuarie Extension Service
Ende November war wieder die Männerkonferenz („Men’s Conference“)… Höhepunkt war diesmal ein Pastor mit Höhenangst auf einem Hochseil ;-) Und auch als Deutsche haben wir die Situation genutzt und den Hauptpastor von Hillsong Deutschland, Freimuth Haverkamp, zu einem Interview eingeladen (siehe Foto). Gemeinsam mit den Schweizern und Österreichern konnten wir einfach mal direkt hören, was in Hillsong Deutschland so los, echt gut. Und auch während des Semesters haben wir uns wieder mehrmals getroffen, mit Grillen, Gemeinschaft und Gebeten für uns und unser Heimatland. Grandios eine lustige Truppe – siehe Bild :-)
Die Deutschen - viel und laut!
Auf der Arbeit ist so weit auch alles in Butter. Jetzt haben wir gerade 2 Wochen Betriebsferien und am 6.1. geht’s weiter. Einen neuen Verkaufs-Mitarbeiter haben wir dazubekommen, einen Iren, der als Hobby StandUp-Komödien macht. Nur so viel: Es wird nie zu ernst ;-) Nächstes Jahr werde ich dort neben dem Verkaufsjob noch Qualitätsmanagement und Training der neuen Mitarbeiter übernehmen. Hier ein Bild mit allen Mitarbeitern
Meine Arbeitskollegen bei CI Scientific.
Was sonst? Sicher habt ihr von den Buschfeuern mitbekommen, die um Sydney gewütet haben. Bis zu den Feuern waren es zwar noch 1,5 Stunden, aber an ein paar Tagen sind hier schon dicke Rauchschwaden rübergezogen. Das ganze ging für ungefähr eine Woche; als es dann kühler wurde, wurden die Feuer dann auch weniger. Stattgefunden hat das alles in den Blue Mountains, wo wir ein paar Wochen davor noch gemütlich gewandert sind und gegessen haben.
So laufe ich jeden Tag hier rum.
Australisch-standesgemäß haben wir auch den Strand heimgesucht; Sanddünen-surfen und Baden inklusive – hier ein Panorama-Foto.
Nicht das beste Wetter, aber genialer Strand (Big Marley Beach im Roay National Park).
Außerdem mussten Jan und ich uns von unserem geliebten Auto trennen. Bis zum Schluss konnten wir uns nicht auf einen Namen einigen und schwankten zwischen „Frank“ und „Shadowfax“ (zu Deutsch: „Schattenfell“). Wie dem auch sei, Schattenfell ist in die ewigen Jagdgründe eingegangen.
In Memoria Shadowfax aka Frank. We miss you!
Weihnachten war (bzw. ist) wieder eine geniale Zeit. Wir haben gerade 2 Backpacker zu Besuch und da viele College-Studenten über die Festtage hierbleiben, reiht sich eine Feier an die andere. So viel Essen gabs lange nicht ;-) Am 24sten waren wir tagsüber noch in der Stadt, und nach dem Gottesdienst haben wir in unserem Haus den Abend mit einem fürstlichen Büffet genossen (sogar Truthahn gabs). Zugesagt haben 13 Leute, gekommen sind 39 ;-) Genial, spät und sehr gesellig (siehe Video - es ist ein bisschen dunkel, aber zum Eindruck bekommen reichts). Und überhört einfach meine Kommentare :-)
  
Gestern (also am 25.12.) gings dann nochmal zum Gottesdienst, und danach zu 2 Familien zum Lunch bzw. Dinner, wo ich von einem Brasilianer Grill-Skills abgucken konnte ;-) Die nächsten Tage werde ich genießen, mit Freunden ein paar Ausflüge machen und das nächste Jahr vorbereiten. Auf dem Bild seht ihr die Hillsong Church in der „Weihnachtsmontur“, mit Beleuchtung auf dem ganzen Parkplatz.
Hillsong Church bei Nacht in voller Weihnachtsbeleuchtung...





... und beim Weihnachtsgottesdienst am 25.12. um 10.45 morgens.
A propos 2014: Neuigkeiten hatte ich ja angekündigt und da will nun geliefert werden J Ein bisschen Hintergrund muss sein, also: Wie gesagt habe ich gerade mein 2tes Jahr am College abgeschlossen und habe mich, anders als noch Mitte des Jahres gedacht, auf ein 3tes Jahr College beworben. Im Zuge der Bewerbung habe ich aber gemerkt, dass es jetzt gerade erstmal nicht an der Zeit, ein 3tes Jahr zu machen. Ungeachtet dessen (also ob ich am College bin oder nicht), ist diese Gemeinde im Moment mein geistliches zu Hause, meine Familie, in der ich persönlich in meiner Beziehung mit Jesus wachse. Anstatt also nach Deutschland zurückzugehen, habe ich die Bewerbung für das 3te erstmal zurückgezogen und werde ich das kommende Jahr nutzen, um finanziell anzusparen und die letzten 2 Jahre ein wenig „sacken zu lassen“. Das nächste Jahr wird also anders aussehen als die vergangenen beiden und ich bin recht gespannt ;-) Das waren sie auch schon, die aufregenden Neuigkeiten – ihr seht also: Noch mehr Zeit hier in Down Under für mich und mehr Zeit für euch, hier vorbeizuschauen ;-) Sagt Bescheid!


So weit erstmal. Zum Ende dieses Jahres möchte ich jedem persönlich (so persönlich es eben geht ;-) auf jeden Fall ganz ausdrücklich (mit Ausrufezeichen und Unterstreichung) für deine Unterstützung danken, sei es durch Gebet, Gespräche, Spenden etc. Es war großartig, viele von euch im Sommer nach langer Zeit wieder einmal persönlich zu sehen und mit euch zu reden – vielen Dank! Genieß deine Tage „zwischen den Jahren“ und ich wünsch dir viel Erfolg + Gesundheit für dein 2014. Folgender Spruch für dich (nachzulesen in der Bibel in Psalm 37,4-6):

„Habe deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünscht. Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohlmachen und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag. Sei stille dem HERRN und warte auf ihn.“

In diesem Sinne: Egal wo Du bist und was du machst, wünsche ich Dir Gottes Segen und Alles Gute für 2014! Wie immer freue ich mich, von Dir zu hören und zu erfahren, was in deinem Leben (Neues) los ist.

Dein / Euer Sven aus Tralien

Freitag, 27. September 2013

Wieder zurück in Australien

Liebe Freunde!

Es wieder Zeit für ein Update aus Down Under – das Leben hier ist und bleibt sehr interessant J Zuerst natürlich wieder ein ganz großes „Dankeschön“ an alle Beter und Spender! Trotz der Entfernung kommen beide hilfreich hier an J Also, auf geht’s…

DAS Highlight dieses Jahres hatte ich im letzten Bericht aus Platzgründen nicht mit aufgenommen: Im Juli / August war ich nach 1,5 Jahren Australien endlich wieder mal auf deutschem Boden und habe dies sehr genossen. Alle Begegnungen sprengen den Rahmen, daher die Eckdaten: 4 Wochen war ich in Deutschland und davon immerhin 6 Tage zu Hause (es gab aber genug Zeit mit der Familie!). Die restliche Zeit habe ich mit Zug und Auto (danke Felix) die Republik bereisen und viiiielen Freunden wieder mal persönlich „Hallo“ sagen können. Neben vielen langen Nächten, versunken in tiefen Gesprächen waren die Highlights sicher der Besuch der beiden Hillsong Gemeinden (Düsseldorf und Konstanz), ein Wiedersehen mit Freund und Mentor Marcus Rose und eine großartige Hochzeit in hohen Norden. Und Zeit bei meinen Großeltern, Tanten und Onkeln. Und Treffen mit Freunden in Sindelfingen. Und in Kiel. Und in Tübingen. Und und und – ihr seht: Eine großartige Zeit und bin voller Vorfreude auf ein erneutes Wiedersehen J Als der Flieger dann wieder zurück nach Hause ging (kompakte 24h Reise von Hamburg über Dubai nach Sydney), war schon ein bisschen Abschiedskummer dabei.
Wieder in Australien angekommen, ging der College- und Gemeindealltag aber auch gleich wieder voll los. Praktikum bei CityCare (der diakonischen Einrichtung der Hillsong Church), Leiten des Tontechnik-Teams in einem der Satellitengemeinden (MacQuarie!), Helfen bei der „Songwriting Masterclass“ im Rahmen der wöchentlichen Musikteamtreffen etc. Langweilig wird’s hier auf jeden Fall nicht. Die Unterrichtsfächer sind alle neue (verglichen zum letzten Semester) und weiterhin sehr interessant – Highlights sind die hitzigen Diskussionen in Theologie und wirklich augenöffnende Einblick in den Römerbrief. Die musikalische Seite der Medaille ist weiterhin Songwriting, und das läuft erfreulicherweise sehr gut J Im Moment habe ich 2,5 Songs fertig und ein paar „in der Pipeline“. Teil des Stundenplans ist auch das sogenannte „Performance Showcase“, eine Art offene Bühne für jeden, der einen musikalischen Beitrag präsentieren möchte. Ist auf jeden Fall lehrreich, eigene Songs zu präsentieren und Publikumsfeedback zu bekommen ;-)

Auch das Gemeindeleben steht hier nie still, Höhepunkt ist das gerade erscheinende Album der Hillsong-Jugend, betitelt „Young + Free“. Wenn ihr die Chance habt, holt es euch / ladet es runter – die Musik ist extrem ohrwurmig und radiotauglich. Anfang November findet die nächste Männerkonferenz statt, in der wir sicherlich mit unserem Haus bei den Dodgeball-Meisterschaften antreten werden. Und wir treffen uns weiterhin regelmäßig mit den Deutschen vom College hier vor Ort – geniale und große Truppe, siehe Bild. So fern ist Deutschland doch nicht :-)
Apropos Haus: Wir haben ein paar neue Gesichter dazubekommen und die Atmosphäre ist gerade sehr gut und ich genieße es richtig, mit diesen tollen Menschen zusammenleben zu können. Auf dem Foto seht ihr einen eher unernsten Versuch, uns ansehnlich zu präsentieren. Von links nach rechts: Jan (Deutschland), Jared (Südafrika), Lukas (Schweiz), Sven (Deutschland), Ben (Deutschland), Aaron (USA), Timo (Deutschland), liegend: Olli (Timos Bruder und zu Besuch). Lustige Truppe, für alle Späße zu haben, seien es Fußballturniere, Grillabende, gemütliche Runden am See oder schweißtreibende Sportübungen.
Und: Ich bin sehr froh, nach 1,5 Jahren Doppel- und Dreierzimmer wieder meine eigenen 4 Wände zu haben. Der Ausblick ist echt schick.
Arbeits-mäßig läuft es nach wie vor gut: Ich habe immer noch meinen Job im Verkauf bei CI Scientific und ab und zu gehe ich mit Jared auf die Straße zum musizieren. Alles in allem komme ich über Runden und ein bisschen was übrig ist immer J Bei CI stellen wir gerade wieder neue Leute ein.

Was gibt es sonst noch zu erzählen? Es wird Frühling, was hier heißt : Temperaturen über 30°C, Buschfeuer und oft kräftiger Wind. In der Gemeinde herrschen meist eisige Temperaturen von gefühlten 15°C (real 18…20°C) – an den Umschwung muss ich wieder gewöhnen. Ansonsten helfe ich noch einer befreundeten Songwriterin beim Aufnehmen ihres ersten Albums – die erste Session war schon und ich bin sehr gespannt auf das Endergebnis!

Das wars auch schon wieder – Danke fürs Lesen und ich hoffe, ihr konntet bei dem Einblick in meine Welt ein wenig schmunzeln ;-) Vielen Dank nochmal für alle Unterstützung im Gebet und in Spenden. Bitte betet für Weisheit, die richtigen Entscheidungen zu treffen und durchzuziehen und für eine gehörige Portion Mut. Ein kleines Update in Richtung Zukunft kommt bald. 

Euer Sven aus Tralien

Mittwoch, 31. Juli 2013

Halbzeit 2013

Liebe Freunde,

nun zur Hälfte des Jahres einen Halbjahresbericht aus Tralien. Die erste Hälfte war, wie das erste Jahr auch, sehr schnell wieder vorbei und wieder sehr schön. Wie immer (und diesmal noch inständiger) Danke an eure Unterstützung im Gebet und über die Spenden – beides kommt hier an und hilft ungemein. Dass ich hier sein kann, verdanke ich euch! Hier also ein kleiner Einblick in die Geschehnisse der letzten Monate…

An erster Stelle ist natürlich immer noch das College, wegen dem ich ja nach Australien gekommen bin. Dieses Jahr ging es hier von den Vorlesungen und Seminaren stoffmäßig schon deutlich tiefer als letztes Jahr, z.B. in Sachen Altes und Neues Testament. Dazu kamen noch andere sehr gute Fächer wie „Theologie des Lobpreis“ (Theology of Worship), aber auch Seelsorge (Pastoral Care). Einige der Vorlesungen waren sehr tiefgreifend und wirklich lebensverändernd. Für den musikalischen Teil habe ich dieses Jahr Songwriting (also Liederschreiben) gewählt. Da gabs vor allen Dingen Seminare + Übungen dazu, außerdem Vorlesungen. Insgesamt eine sehr gute Kombination, da ich Gelerntes gleich anwenden konnte. Ziel war, einen Songentwurf (also mindestens Strophe und Refrain) pro  Woche vorzulegen – was meistens geklappt hat. Zumindest habe ich jetzt ein paar mehr Ideen J Gerade zu Beginn des Semesters hatte ich noch einmal mit der Sprachbarriere zum Englischen gekämpft. Durch viel Lesen konnte ich mein Vokabular aufbessern und dann ging es. Prüfungsleistung war in diesem Fach, 4 Songs zu schreiben, aufzunehmen, live zu spielen und einzureichen. Es hat geklappt und darüber bin ich froh :-)

Ein anderer Teil meines Collegelebens ist auch die Mitarbeit in dem diakonischen Werk der Hillsong-Gemeinde (genannt „Hillsong CityCare“). Dort helfen wir als Gemeinde unserem Umfeld durch praktische Hilfe, aber auch durch Kurse zur Weiterbildung z.B. Kurse zum richtigen Umgang mit Geld. Die praktische Hilfe wird z.B. durch Rasenmähen und andere Arbeiten rund ums Haus, aber auch Sammeln und Verteilen von Essen. Auf dem Bild seht ihr den Tagesertrag der Aktion „Kilo of Kindness“ (zu deutsch: „Güte-Tüte“). Am Karfreitag wurden dort 1,3 Tonnen (!) an unverderblichen Lebensmitteln gesammelt, die u.a. an Einwanderer in schwierigen Situationen weitergegeben wurden. An anderer Stelle haben wir gegen Ende des Semesters angefangen, mit einem Team von 9 Leuten in umliegende Altersheime zu gehen, dort zu musizieren und die Anwohner kennenzulernen.
Außer den „obligatorischen“ College-Stunden habe ich im College als Lehrstundenhilfe für einen Musiktheorie­-Kurs mitgearbeitet.

Wie letztes Jahr auch, war Sonntag der Gottesdiensttag. Dort habe ich im Bereich Tontechnik / Bühne des „MacQuarie Extension Service“ mitgearbeitet, einer Tochtergemeinde der Hillsong Church im Stadtgebiet Sydneys. Jeden Sonntag gehen wir in ein Hotel in diesem Stadtteil und bauen dort komplett die Bühne und die Beschallungsanlage auf, um zwei Gottesdienste zu halten. Danach wird alles wieder abgebaut und sicher verstaut. An einem normalen Sonntagmorgen bin ich damit von 5.30 Uhr bis 14.00 Uhr unterwegs. Mit den anderen Leuten aus dem Team verstehe ich mich sehr gut und es macht echt Spaß, dort mitzuhelfen! Unter Woche treffen wir uns auch regelmäßig zum Hauskreis. Gerade, was Tontechnik angeht, konnte ich einiges dazulernen und mal „die andere Seite der Macht“ kennen und schätzen lernen ;-)
Dann kommt noch die Arbeit hinzu: Nach wie vor arbeite ich bei CI Scientific, einem kleinen Unternehmen, dass Laborausrüstung verkauft, u.a. Präzisionswaagen, Messgeräte, Kalibrationen und andere HiTech-Gerätschaften. Dieses Semester habe ich dort jede Woche ungefähr 14 Stunden gearbeitet, dank aufgemotztem Computerserver oft auch von zu Hause. Mit meinem Chef komme ich sehr gut zurecht und es ist gut zu sehen, dass er die Firma immer weiter nach vorne bringen möchte. Um das zu erreichen, haben wir als Mitarbeiterschaft auch ein paar Weiterbildungsmaßnahmen besucht, außerdem ist es gerade dran, viele Prozesse zu verschriftlichen, um mehr Struktur in den normalen Betrieb zu bringen.

Neben diesem „Büro-Job“ bin ich mit meinem Hausgenossen Kyle jeden Samstag Straßenmusik machen gegangen – das hat Spaß gemacht und wird nächstes Semester in anderer Besetzung weitergeführt. Gemeinsam haben wir auch an einem Wettbewerb teilgenommen, leider nicht mit großem Erfolg. Dafür sehen wir gut aus ;-)
Beides zusammen, CI Scientific und Straßenmusik bringen genug Geld ins Haus, um neben den laufenden Kosten für Miete, Nahrung etc noch ein bisschen was zur Seite zu legen.

Höhepunkte des Semesters waren auch wieder die zwei Konferenzen, die Colour Conference im März (Frauenkonferenz) und die Hillsong Conference Anfang Juli. Die Colour Conference fand an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden statt und bei beiden habe ich geholfen, die Kinder mit zu betreuen. War sehr lehrreich und darauf werde ich bestimmt in ein paar Jahren zurückgreifen können ;-) Für die Hillsong Conference Anfang Juli habe ich in einem Logistik-Team mitgeholfen. Zu dritt haben wir einen kleinen Truck be- und entladen. Während der Konferenz war das relativ entspannt, nur zum Auf- und Abbau waren wir gut beschäftigt. Auf dem Foto seht ihr mich und „den Truck“. Leider hat es mit dem Hochladen nicht ganz geklappt, daher nun die Köpfe drehen.
Auf dem Bild seht ihre meine Hausgenossen und mich bei einem unserer gemeinsamen Essen. Von links nach rechts: Michael aus Irland, Kyle aus Amerika, Danny aus Amerika, Ich aus Deutschland, Timo aus Deutschland, Jan aus Deutschland, Flo aus Österreich. Mit Flo und Jan habe dieses Semester auf einem Zimmer gewohnt.
 
Insgesamt eine lustige und liebenswürdige Truppe; gemeinsam haben wir uns durch das Semester begleitet und es haben sich gute Freundschaften entwickelt. Kyle hatte ich oben schon im Zusammenhang mit Straßenmusik erwähnt; außerdem haben wir zusammen bei CI Scientific gearbeitet. Höhepunkt seiner Zeit hier war die Verlobung mit seiner ebenfalls amerikanischen Freundin Holly Ende März. Nach Wochen der Vorbereitung, Auffinden und Kaufen des „Einen Rings“ war es dann soweit. Als kleines Team von 4 Leuten haben wir Kyle geholfen, ein Candlelight-Lunch in den Blue Mountains aufzubauen, wo er Holly dann den Antrag gemacht hat. Auf dem Bild seht ihr die beiden vor der wunderschönen Naturkulisse… Sie hat übrigens „Ja“ gesagt J Die beiden sind Anfang Juli zurück in die USA.
Außerdem hat sich Danny auch mit seiner südafrikanischen Freundin Amy verlobt, aber da war ich leider nicht so involviert wie bei Kyle. Bemerkenswert (und meines Wissens einzigartig) ist die Story, wie er den Ring bekommen hat: Nämlich geschenkt (!!!) von einem anderen College-Studenten. Ein großartiges Zeugnis der Großzügigkeit der Leute hier in der Gemeinde und für Danny natürlich der Hammer! Auch Danny und Amy sind zurück in die USA geflogen.
Mit Michael habe ich jeden Sonntag im Extension Service (siehe oben) zusammen gearbeitet. Aufgrund seines irischen Akzents manchmal echt schwer verständlich, aber ein großartiger Mensch mit einer sehr kreativen Ader, was Musik und Fotografie angeht. Wie Kyle und Danny ist auch Michael zurück nach Irland geflogen. Von ihm wird man noch hören J
Flo ist unser Quoten-Österreicher in einer College-Landschaft, die sonst überwiegend von Deutschen und Schweizern dominiert wird. Aber: Er schlägt sich wacker und bleibt noch ein zweites Jahr hier, genau wie ich macht er weiter in der Lobpreis-Richtung. Mittlerweile hat er uns verlassen und ist in ein anderes Haus umgezogen. Und die Haare sind jetzt auch gebändigt (= kürzer geschnitten).
Last but not least ist Jan, wie gesagt auch mein Zimmergenosse. Sehr entspannter Mensch und in der pastoralen Richtung unterwegs. Wir teilen uns zusammen ein Auto (für Interessierte: Es ist ein Toyota Camry) und leiten, zusammen mit zwei anderen, das „German Network“ vor Ort, d.h. die regelmäßigen Treffen aller Deutschen an unserem College. Aber dazu gleich mehr.
Ihr seht: Es geht nach wie vor sehr international zu und ich bin froh, diese Menschen in meinem Leben und für eine Weile kennen gelernt zu haben. Manche der Freundschaften hier werden auch über Grenzen hinaus weiterbestehen.

Eine andere wichtige Sache in diesem Semester war die German Network Group, wie gesagt der Zusammenschluss aller Deutschen hier an unserem College. Wir sind ein vierköpfiges Leitungsteam (2 Männer, 2 Frauen) und zu den Treffen kommen regelmäßig um die 25-30 Leute (siehe Bild). Auch sonst machen wir Deutschen viel zusammen, z.B. Spieleabende oder Ausflüge. Die Treffen selbst sind immer sehr cool: Wir kommen zusammen, schnacken, essen, tauschen uns aus und beten für einander. Gerade hier in Australien gibt es dann auch regelmäßig Backpacker oder Leute, die eine Zeit hier verbringen – so kommen wir auch mit Leuten außerhalb des „Hillsong Universums“ in Kontakt und konnten so auch schon einige gute Menschen kennenlernen! Über die deutsche Gruppe hinaus gibt es auch viel Bemühung, mit Leuten aus anderen europäischen Nationen schon hier Kontakte zu knüpfen um „zu Hause“ an Gottes Reich zu bauen.
Was gibt’s sonst noch zu berichten? Ich fühle mich hier immer wohler und freue mich sehr auf das kommende Semester, in dem ich mein zweites Jahr am Hillsong College abschließen werde. Aufregend wird sicherlich auch das Zusammenleben mit 4 neuen Hausgenossen, außerdem mein eigenes Zimmer nach 1,5 Jahren Doppel- und Dreifachbelegung J Für die Schritte „danach“ plane, denke und bete ich jetzt schon konkret. Nochmal vielen Dank an alle, die im Gebet für mich einstehen – Gott tut etwas, denn Entfernung kümmert ihn nicht. Danke!

Beste Grüße und genießt eure Woche!
Euer Sven aus Tralien

Mittwoch, 6. Februar 2013

2013 - Die zweite Runde geht los!




Liebe Freunde!

Seit gut einem Monat ist es schon 2013 – höchste Zeit also für ein Update aus Down Under. Zuallererst wieder viele Dank an alle Beter und Spender – eure Unterstützung ist sehr wertvoll für mich. Danke! Die Ereignisse sind diesmal nicht ganz in chronologischer Abfolge…

Zur Sache: Seit meinem letzten Blog Anfang November verging die Zeit (wie so oft) wie im Flug. Das erste College-Jahr war offiziell am 3.12. mit einem großen Festgottesdienst zu Ende (Graduation); ein paar Tage vorher gab’s eine richtig schnieke Feier in einem Hotel direkt am Hafen. Sehr fein J Die letzten Wochen College waren geprägt von letzten einzureichenden Hausarbeiten und auf die letzten Meter der Umzug in unser schönes neues Haus (Bild siehe voriger Blog). 9 Leute, 15 Stunden, 16 Wagenladungen Möbel, … epische Ausmaße und am Ende des Tages waren wir weitestgehend fertig. Jetzt wohne ich viel näher dran an der Gemeinde und in den letzten Wochen haben wir uns hier richtig einleben können.

DAS Highlight war der Besuch meiner Eltern. Die beste Mutter und der beste Vater der Welt waren insgesamt 3 Wochen hier. Die erste Woche haben die beiden Sydney genossen und wir haben uns ein paar Mal in der City getroffen. Da in der zweiten Woche noch sehr viele College-Aktivitäten stattfanden, konnte ich leider nicht mit auf die Reise in das Herz Australiens, zum Ayers Rock. Die beiden haben es trotzdem genossen und bei 45°C im Schatten (es gab keinen Schatten) den Outback-Kängurus „Hallo“ gesagt. Einen Sonntag habe ich die beiden in die Gemeinde mitgenommen und anschließend habe ich die beiden mit zum Treffen der Deutschen hier vor Ort mitgenommen – also ganz viel Gemeinschaft und gute Gespräche. Die dritte Woche waren wir in den Blue Mountains und haben dort die Natur genossen. Auf den Bildern meine Eltern vor den Three Sisters und auf dem anderen schaue ich nach guten Fotomotiven J Und wieder gute und auch tiefgründige Gespräche – eine sehr wertvolle Zeit!
 
Anfang Dezember habe ich die beiden mit dem Mietauto dann zum Flughafen gebracht. Und am gleichen Tag 2 deutsche Backpacker abgeholt, die bei uns ursprünglich für ein paar Tage Unterschlupf finden wollten und dann 2,5 Wochen hier waren. Simon und Yannic haben in der kurzen Zeit hier alles in der Gemeinde und dem Drumherum mitgenommen.
Die Woche direkt vor Weihnachten konnte ich die Zeit allerdings nicht mit den beiden verbringen; von der Arbeit aus war ich auf einer kleinen Dienstreise im australischen Busch in einen Ort namens Narrabri. Wer sich den Spaß macht, kann das mal auf Google Maps nachgucken: 6 Stunden Fahrt und immer noch im gleichen Bundesstaat. Ich habe dort Getreideproben vermessen und ein bisschen australische Kultur abseits von Sydney schnuppern können. Im Umkreis von 1 Stunde  keine andere Ortschaft, zwischen den Orten kein Mobilnetz und tagsüber auch mal 58°C (!!!) (in der Sonne, zugegebener Maßen). Wieder zurück haben wir in der der Firma ein paar Bewerbungsgespräche gehabt für eine freie Stelle. Ich war auch dabei, das erste Mal überhaupt allerdings auf der anderen Seite des Schreibtischs. Eine sehr interessante Erfahrung. Nach all diesen Arbeitsdingen ging‘s dann erstmal mit den beiden Backpackern an den Strand, wie man das halt am 23.1.2 so macht – siehe Foto.
 
Besonders erwähnenswert ist auch der 24.12.: Nach 25 Jahren deutscher (= weißer und kalter) Weihnacht eine … interessante Abwechslung. Aber 40°C im Schatten (diesmal gab’s Schatten) und eine gefühlte Luftfeuchtigkeit von 95% können echte „Exil-Deutsche“ von Würstchen und Kartoffelsalat nicht abhalten J So konnten wir unsere sehr praktische Terrasse auch gleich einweihen (siehe Foto unten). Wie auch in Deutschland habe ich die nächsten beiden Tage vor allen Dingen mit Essen und Schlafen verbracht. Am 25.12. (dann gibt’s hier Geschenke) waren alle in Australien gebliebenen Collegestudenten bei einem unserer Dozenten eingeladen und am 26.12. war ich bei einem anderen Collegemate zum Familienfest eingeladen. Eins der besten Weihnachten bisher mit einem Husky (siehe Bild), massig Essen, Quad fahren, Fußball und vielem mehr.
 
An allen Weihnachtstagen war in der Gemeinde natürlich extrem viel los. Am 22. + 23.12. gab es das „Christmas Carols Spectacular“, ein Musical, das an den zwei Tagen insgesamt 6 Mal aufgeführt wurde. Am 24.12. das etwas andere Krippenspiel mit echten Kamelen, Eseln und Lämmern. Siehe Bild.
Nach Weihnachten hatte ich drei Wochen einfach mal frei. Die Zeit habe ich vor allen Dingen zu Hause verbracht, was sehr schön war. Jetzt haben wir uns im neuen Haus so richtig eingelebt und es ist tatsächlich ein „zu Hause“.
Natürlich dürfen ein paar Worte zu Silvester nicht fehlen. Wir waren mit „den Deutschen“ in Hunters Hill, der Ort ist ein paar Kilometer von der Harbour Bridge weg – aber immer noch in Sichtweite (siehe Bild unten). Der Platz war einfach der Hammer: Die Innenstadt war an vielen Stellen einfach völlig überfüllt. Da Hunters Hill wie gesagt ein bisschen draußen ist, waren dort auch nicht so viele Leute. So konnten wir den ganzen Tag bei strahlendem Sonnenschein genießen, Fußball spielen, essen etc. Als es dann dunkel wurde, kamen die Feuerwerke. Ein Kinderfeuerwerk um 21 Uhr und das große um 0 Uhr. 12,5 Minuten massives Feuerwerk, das die ganze Stadt in Rauch gehüllt hat. Insgesamt ein richtig cooler Abend mit tollen Leuten, Gebet und vielen guten Gesprächen.
Die erste Amtshandlung im neuen Jahr war der Kauf eines Autos zusammen mit meinem Freund und Zimmergenossen Jan (Carsharing!). Nach einem Tag Autos Probe fahren und zum Teil dabei abgeschleppt werden haben wir nun einen 1994 Holden Apollo, ein sehr geräumiges 4-Zylinder 2.2l Auto. Auf einen Namen haben wir uns (noch) nicht einigen können. Mein Vorschlag ist „Schattenfell“ und meiner Ansicht ist das der deutlich bessere Name. Für alle, die mit dem Namen nichts anzufangen wissen: „Schattenfell“ ist das Pferd von Gandalf (dem sehr weisen und mächtigen Zauberer) aus Herr der Ringe. Wer will dagegen ankommen? Bisher hat er treue Dienste geleistet und es ist eine sehr große Erleichterung, endlich ein Auto zu haben. Ein Foto folgt.

Was kommt nun? Jetzt fängt das College wieder an! Diese Woche haben wir nur Vorlesungen und ab nächster Woche geht der „ganze normal unnormale“ College-Alltag wieder los. Ich bin sehr gespannt und blicke voller Erwartung auf das kommende Jahr. Ich habe in neuen Teams angefangen und will persönlich und geistlich wachsen, in Gottes Reich so viel wie möglich bewegen zu können. Es wird sehr interessant! Und in 4 Wochen ist auch schon wieder ColourConference 2013! Also an alle Frauen dieser Welt: Wenn ihr die Arbeit der Hillsong-Kirche einmal näher kennenlernen möchtet, viele neue Kontakte knüpfen und es euch einfach auch mal gut gehen lassen möchtet: Die Konferenz findet auch in London statt (http://colourconference.com/london). Und für alle, die noch weiter voraus planen: Die Hillsong Conference 2013 findet auch dieses Jahr wieder statt. Das letzte Jahr war das einfach der Hammer. Gerade für Pastoren und Leiter ist das eine sehr gute Investition! Der Link: http://www.hillsongconference.com/london

Gebetsanliegen sind vor allem Kraft, Aufnahmefähigkeit und Ausdauer für die kommende Zeit. Und auch für die Leute um mich herum könnt ihr beten, gerade die Gruppe der Deutschen – wir sind am College echt stark vertreten und haben eine starke Gemeinschaft, in der sogar Leute (wieder) zum Glauben finden.
Soweit erstmal. Danke für’s Lesen und für eure Unterstützung im Gebet! Danke!

Beste Grüße aus Tralien,

Sven


p.s.: Und die Entwarnung: Nein, Sydney stirbt nicht den Flammentod. Die Feuer, die am nächsten waren, sind ca. 5 Autostunden südlich entfernt. Und die Fluten 10 Stunden nach Norden…