nun zur Hälfte des Jahres einen Halbjahresbericht aus
Tralien. Die erste Hälfte war, wie das erste Jahr auch, sehr schnell wieder
vorbei und wieder sehr schön. Wie immer (und diesmal noch inständiger) Danke an
eure Unterstützung im Gebet und über die Spenden – beides kommt hier an und
hilft ungemein. Dass ich hier sein kann, verdanke ich euch! Hier also ein
kleiner Einblick in die Geschehnisse der letzten Monate…
An erster Stelle ist natürlich immer noch das College, wegen dem ich ja nach Australien
gekommen bin. Dieses Jahr ging es hier von den Vorlesungen und Seminaren
stoffmäßig schon deutlich tiefer als letztes Jahr, z.B. in Sachen Altes und
Neues Testament. Dazu kamen noch andere sehr gute Fächer wie „Theologie des
Lobpreis“ (Theology of Worship), aber auch Seelsorge (Pastoral Care). Einige
der Vorlesungen waren sehr tiefgreifend und wirklich lebensverändernd. Für den
musikalischen Teil habe ich dieses Jahr Songwriting (also Liederschreiben)
gewählt. Da gabs vor allen Dingen Seminare + Übungen dazu, außerdem Vorlesungen.
Insgesamt eine sehr gute Kombination, da ich Gelerntes gleich anwenden konnte.
Ziel war, einen Songentwurf (also mindestens Strophe und Refrain) pro Woche vorzulegen – was meistens geklappt hat. Zumindest
habe ich jetzt ein paar mehr Ideen J
Gerade zu Beginn des Semesters hatte ich noch einmal mit der Sprachbarriere zum
Englischen gekämpft. Durch viel Lesen konnte ich mein Vokabular aufbessern und
dann ging es. Prüfungsleistung war in diesem Fach, 4 Songs zu schreiben, aufzunehmen,
live zu spielen und einzureichen. Es hat geklappt und darüber bin ich froh :-)
Ein anderer Teil meines Collegelebens ist auch die Mitarbeit
in dem diakonischen Werk der Hillsong-Gemeinde (genannt „Hillsong CityCare“). Dort helfen wir als Gemeinde unserem Umfeld
durch praktische Hilfe, aber auch durch Kurse zur Weiterbildung z.B. Kurse zum
richtigen Umgang mit Geld. Die praktische Hilfe wird z.B. durch Rasenmähen und
andere Arbeiten rund ums Haus, aber auch Sammeln und Verteilen von Essen. Auf
dem Bild seht ihr den Tagesertrag der Aktion „Kilo of Kindness“ (zu deutsch:
„Güte-Tüte“). Am Karfreitag wurden dort 1,3 Tonnen (!) an unverderblichen
Lebensmitteln gesammelt, die u.a. an Einwanderer in schwierigen Situationen
weitergegeben wurden. An anderer Stelle haben wir gegen Ende des Semesters
angefangen, mit einem Team von 9 Leuten in umliegende Altersheime zu gehen,
dort zu musizieren und die Anwohner kennenzulernen.
Außer den „obligatorischen“ College-Stunden habe ich im
College als Lehrstundenhilfe für einen Musiktheorie-Kurs mitgearbeitet.
Wie letztes Jahr auch, war Sonntag der Gottesdiensttag. Dort habe ich im Bereich Tontechnik /
Bühne des „MacQuarie Extension Service“ mitgearbeitet, einer Tochtergemeinde der
Hillsong Church im Stadtgebiet Sydneys. Jeden Sonntag gehen wir in ein Hotel in
diesem Stadtteil und bauen dort komplett die Bühne und die Beschallungsanlage
auf, um zwei Gottesdienste zu halten. Danach wird alles wieder abgebaut und sicher
verstaut. An einem normalen Sonntagmorgen bin ich damit von 5.30 Uhr bis 14.00
Uhr unterwegs. Mit den anderen Leuten aus dem Team verstehe ich mich sehr gut
und es macht echt Spaß, dort mitzuhelfen! Unter Woche treffen wir uns auch
regelmäßig zum Hauskreis. Gerade, was Tontechnik angeht, konnte ich einiges
dazulernen und mal „die andere Seite der Macht“ kennen und schätzen lernen ;-)
Dann kommt noch die Arbeit
hinzu: Nach wie vor arbeite ich bei CI Scientific, einem kleinen Unternehmen,
dass Laborausrüstung verkauft, u.a. Präzisionswaagen, Messgeräte, Kalibrationen
und andere HiTech-Gerätschaften. Dieses Semester habe ich dort jede Woche
ungefähr 14 Stunden gearbeitet, dank aufgemotztem Computerserver oft auch von
zu Hause. Mit meinem Chef komme ich sehr gut zurecht und es ist gut zu sehen,
dass er die Firma immer weiter nach vorne bringen möchte. Um das zu erreichen,
haben wir als Mitarbeiterschaft auch ein paar Weiterbildungsmaßnahmen besucht,
außerdem ist es gerade dran, viele Prozesse zu verschriftlichen, um mehr
Struktur in den normalen Betrieb zu bringen.
Neben diesem „Büro-Job“ bin ich mit meinem Hausgenossen Kyle
jeden Samstag Straßenmusik machen
gegangen – das hat Spaß gemacht und wird nächstes Semester in anderer Besetzung
weitergeführt. Gemeinsam haben wir auch an einem Wettbewerb teilgenommen,
leider nicht mit großem Erfolg. Dafür sehen wir gut aus ;-)
Beides zusammen, CI Scientific und Straßenmusik bringen
genug Geld ins Haus, um neben den laufenden Kosten für Miete, Nahrung etc noch
ein bisschen was zur Seite zu legen.
Höhepunkte des Semesters waren auch wieder die zwei Konferenzen, die Colour Conference im
März (Frauenkonferenz) und die Hillsong Conference Anfang Juli. Die Colour
Conference fand an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden statt und bei beiden
habe ich geholfen, die Kinder mit zu betreuen. War sehr lehrreich und darauf
werde ich bestimmt in ein paar Jahren zurückgreifen können ;-) Für die Hillsong
Conference Anfang Juli habe ich in einem Logistik-Team mitgeholfen. Zu dritt
haben wir einen kleinen Truck be- und entladen. Während der Konferenz war das
relativ entspannt, nur zum Auf- und Abbau waren wir gut beschäftigt. Auf dem
Foto seht ihr mich und „den Truck“. Leider hat es mit dem Hochladen nicht ganz geklappt, daher nun die Köpfe drehen.
Auf dem Bild seht ihre meine Hausgenossen und
mich bei einem unserer gemeinsamen Essen. Von links nach rechts: Michael aus
Irland, Kyle aus Amerika, Danny aus Amerika, Ich aus Deutschland, Timo aus
Deutschland, Jan aus Deutschland, Flo aus Österreich. Mit Flo und Jan habe
dieses Semester auf einem Zimmer gewohnt.
Insgesamt eine lustige und
liebenswürdige Truppe; gemeinsam haben wir uns durch das Semester begleitet und
es haben sich gute Freundschaften entwickelt. Kyle hatte ich oben schon im
Zusammenhang mit Straßenmusik erwähnt; außerdem haben wir zusammen bei CI
Scientific gearbeitet. Höhepunkt seiner Zeit hier war die Verlobung mit seiner ebenfalls
amerikanischen Freundin Holly Ende März. Nach Wochen der Vorbereitung,
Auffinden und Kaufen des „Einen Rings“ war es dann soweit. Als kleines Team von
4 Leuten haben wir Kyle geholfen, ein Candlelight-Lunch in den Blue Mountains
aufzubauen, wo er Holly dann den Antrag gemacht hat. Auf dem Bild seht ihr die
beiden vor der wunderschönen Naturkulisse… Sie hat übrigens „Ja“ gesagt J Die beiden sind Anfang
Juli zurück in die USA.
Außerdem hat sich Danny auch mit seiner südafrikanischen
Freundin Amy verlobt, aber da war ich leider nicht so involviert wie bei Kyle.
Bemerkenswert (und meines Wissens einzigartig) ist die Story, wie er den Ring
bekommen hat: Nämlich geschenkt (!!!) von einem anderen College-Studenten. Ein
großartiges Zeugnis der Großzügigkeit der Leute hier in der Gemeinde und für
Danny natürlich der Hammer! Auch Danny und Amy sind zurück in die USA geflogen.
Mit Michael habe ich jeden Sonntag im Extension Service
(siehe oben) zusammen gearbeitet. Aufgrund seines irischen Akzents manchmal
echt schwer verständlich, aber ein großartiger Mensch mit einer sehr kreativen
Ader, was Musik und Fotografie angeht. Wie Kyle und Danny ist auch Michael
zurück nach Irland geflogen. Von ihm wird man noch hören J
Flo ist unser Quoten-Österreicher in einer
College-Landschaft, die sonst überwiegend von Deutschen und Schweizern
dominiert wird. Aber: Er schlägt sich wacker und bleibt noch ein zweites Jahr
hier, genau wie ich macht er weiter in der Lobpreis-Richtung. Mittlerweile hat
er uns verlassen und ist in ein anderes Haus umgezogen. Und die Haare sind
jetzt auch gebändigt (= kürzer geschnitten).
Last but not least ist Jan, wie gesagt auch mein
Zimmergenosse. Sehr entspannter Mensch und in der pastoralen Richtung
unterwegs. Wir teilen uns zusammen ein Auto (für Interessierte: Es ist ein
Toyota Camry) und leiten, zusammen mit zwei anderen, das „German Network“ vor
Ort, d.h. die regelmäßigen Treffen aller Deutschen an unserem College. Aber dazu
gleich mehr.
Ihr seht: Es geht nach wie vor sehr international zu und ich
bin froh, diese Menschen in meinem Leben und für eine Weile kennen gelernt zu
haben. Manche der Freundschaften hier werden auch über Grenzen hinaus
weiterbestehen.
Eine andere wichtige Sache in diesem Semester war die German Network Group, wie gesagt der
Zusammenschluss aller Deutschen hier an unserem College. Wir sind ein
vierköpfiges Leitungsteam (2 Männer, 2 Frauen) und zu den Treffen kommen
regelmäßig um die 25-30 Leute (siehe Bild). Auch sonst machen wir Deutschen
viel zusammen, z.B. Spieleabende oder Ausflüge. Die Treffen selbst sind immer
sehr cool: Wir kommen zusammen, schnacken, essen, tauschen uns aus und beten
für einander. Gerade hier in Australien gibt es dann auch regelmäßig Backpacker
oder Leute, die eine Zeit hier verbringen – so kommen wir auch mit Leuten
außerhalb des „Hillsong Universums“ in Kontakt und konnten so auch schon einige
gute Menschen kennenlernen! Über die deutsche Gruppe hinaus gibt es auch viel
Bemühung, mit Leuten aus anderen europäischen Nationen schon hier Kontakte zu
knüpfen um „zu Hause“ an Gottes Reich zu bauen.
Was gibt’s sonst noch zu berichten? Ich fühle mich hier
immer wohler und freue mich sehr auf das kommende Semester, in dem ich mein
zweites Jahr am Hillsong College abschließen werde. Aufregend wird sicherlich auch
das Zusammenleben mit 4 neuen Hausgenossen, außerdem mein eigenes Zimmer nach 1,5
Jahren Doppel- und Dreifachbelegung J
Für die Schritte „danach“ plane, denke und bete ich jetzt schon konkret.
Nochmal vielen Dank an alle, die im Gebet für mich einstehen – Gott tut etwas,
denn Entfernung kümmert ihn nicht. Danke!
Beste Grüße und genießt eure Woche!
Euer Sven aus Tralien



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