Montag, 5. Mai 2014

Alles neu macht der Mai!


Liebe Freunde, 

Zu lang ist es her seit dem letzten Update – aber nun. Zuerst immer wieder „Vielen Dank“ an alle Beter und Spender! Jetzt aber gleich los ;-)
 
Seit dem letzten Blogeintrag ist schon wieder Zeit ins Land gegangen. Über Weihnachten und Silvester werde ich nicht viele Worte verlieren – so viel sei gesagt: Es war gut, einen zweiten Jahreswechsel im Kreis der Freunde hier zu verbringen. Teilweise war es wirklich unerträglich warm (46°C ist einfach kein Spaß mehr), aber irgendwie gings dann doch – Gott sei Dank für Klimaanlagen ;-) Der Januar an sich war recht entspannt, im Nachhinein ist der Monat mehr ein Sprungbrett gewesen, denn es wurde echt turbulent. Die Tatsache, dass ich erstmal nicht mehr am Hillsong College weiterstudiere, brachte einige wichtige „Statusänderungen“ mit sich – allen voran ein neues Visum und eine neue Wohnung. Ganz abgesehen von einem neuen Tagesablauf und eben „nicht mehr im College sein“; viel Veränderung also – Das Ganze hab ich mit einem guten alten Vollbart kompensiert ;-)

Alles Materielle, was ich auf dieser Seite der Ewigkeit besitze.
Es geht nichts über Bärte.
Die erste Herausforderung war das Finden einer neuen Bleibe, was sich doch schwieriger rausstellte, als ich dachte – Ende Januar bin ich für 3 Wochen in ein Haus gezogen, nur um dann Mitte Februar erneut umzuziehen. Erstaunlich, wenn alle mein Habe auf einen kleinen Truck passt. Jetzt wohne ich wieder 10 Minuten Fußweg von der Hillsong Church weg, mit 7 (zwischenzeitlich 8) anderen Herren der Schöpfung. Ja, es ist sauber und ja, wir kommen sehr gut zurecht J Ich teile mir ein Zimmer mit Ian, einem eher stillen Amerikaner, den ich aber schon seit meinem ersten Jahr hier in Sydney kenne. Ansonsten ist es eine sehr coole Gemeinschaft und das Haus ist echt riesig, mit Garage und einem hauseigenen Mango-Baum. Und abends fliegen Fledermäuse (geschätzte Flügelspannweite ca. 50-70 cm) in unserem Garten und laben sich den Obstbäumen. Also, meine neue Adresse lautet:
                Sven Büttner
                6 Foveuax Tce
                Baulkham Hills NSW 2153

Es lebt sich wahrlich nicht schlecht für die 8 Herren der Schöpfung.
Das nächste große Unterfangen war das Visum. Da ich als nicht mehr Student bin, musste ich mir eine andere Aufenthaltsberechtigung besorgen. Offiziell bin ich nun auf einem „Working Holiday“ – Visum; das ist Visum, was viele der deutschen Backpacker haben. Das berechtigt mich, einem Jahr in Australien zu bleiben, umherzureisen und zu arbeiten – im Moment arbeite ich vor allen Dingen, dazu später mehr. Um das Visum zu bekommen, musste ich mich aus dem Ausland bewerben – und das hat gut zum Stresslevel Anfang des Jahres beigetragen ;-)

Das Gute war: Ich wurde gerade dazu gezwungen, nach Neuseeland zu gehen (Achtung, Sarkasmus :-) und das war definitiv eine Erfahrung fürs Leben. Mitte Februar bin ich nach Auckland geflogen, und von da aus weiter nach Norden, zu einem Ort namens Whangarei („Wh“ wird wie „F“ ausgesprochen). Dort bin ich bei einer Bekannten „über Ecken“ unserer Familie untergekommen: Viele gute Gespräche, sie hat mich auf diesem Teil der Insel rumgeführt und es war einfach eine richtige Zeit. Um einer Frage Antwort zu geben: Nein, ich war nicht im Hobbitdorf J Für alle Nicht- „Herr der Ringe“ Leute: Auf Neuseeland wurde die Trilogie „Herr der Ringe“´gefilmt, überwiegend im Süden der Nordinsel und auf der Südinsel. Ich war im Norden der Nordinsel und leider reichte das Geld nicht, um nochmal so weit zu reisen… Trotzdem wie gesagt eine großartige Erfahrung. Höhepunkt war der Besuch am Cape Reigna (siehe Foto), dem nördlichsten Punkt Neuseelands. Auf dem Foto seht ihr von links den Pazifik kommen, von rechts den Tasmanischen Ozean, und diese beiden Wassermassen treffen in einem ca. 1 km2 großen Gebiet aufeinander – pure Naturgewalt.
Ozeane kollidieren.
Eindrücklich war auch das Zusammenleben der Ureinwohner und der britischen Kultur – anders als in Australien hat die Integration hier sehr gut geklappt. Viele der Ortsnamen sind in der Sprache der Maori, und sozial gibt es für keine der beiden „Völker“ Nachteile (zumindest nicht sichtbar für mich als Außenstehenden). Auf dem Foto seht ihr mich mit einem der Leute beim Grimassen-schneiden. Endlich habe ich jemanden gefunden, der mithalten kann ;-)

Ein Maori und ich.
Zurück aus Neuseeland ging dann das „normale Leben auf der anderen Seite der Erde“ los, in dem ich auch jetzt gerade bin und mich zunehmend wohlfühle. In einer normalen Woche arbeite ich Montags bis Freitag von ca. 8 – 16 Uhr, nehme mir danach ca. 1-2 Stunden Zeit zum Bibel lesen, beten etc und dann geht’s ins Abendprogramm: Dienstag Hauskreis, Mittwoch Abendcollege und Donnerstag Treffen des Kreativteams. Samstag gehen wir oft auf Tagesausflüge, und Sonntag eben Gemeinde.

Zur Arbeit: Ich arbeite bei der gleichen Firma (CI Scientific). Im Moment (wie die letzten 1, 2 Jahre auch), sind wir auf Wachstumskurs – ein neuer Standort in Melbourne wurde jüngst eröffnet, und seit einer Weile habe ich die Ehre, mit einem irischen Kollegen im Verkauf zusammenzuarbeiten. Nebenbei ist er Stand-Up Comedian; eins sei gesagt: es ist nie langweilig und spaßig zu arbeiten J Ich mache nach wie vor im Verkauf mit; dadurch, dass ich mehr als vorher arbeite, mache ich auch immer mehr Qualitätsmanagement, was mir von meinem Naturell her eher liegt. Um mich fortzubilden, habe ich Anfang April einen 4-Tageskurs absolviert – Teuer, aber eine gute Investition für die Zukunft ;-)

Wie oben erwähnt, bin ich abends meist in oder um die Gemeinde unterwegs. Dienstag ist immer Hauskreistag; im Moment gehöre ich zu zwei verschiedenen, jeder abwechselnd alle 2 Wochen. Beide sind in der sogenannten „Frontline“-Altersgruppe angesiedelt, dass ist die Gruppe für die 25-35 Jährigen der Hillsong-Church. So bekommen wir uns gegenseitig oft zu sehen, sei es durch Wochenendaktivitäten, Sonntags in der Gemeinde oder eben unter der Woche. Sonntags gehe ich mittlerweile immer in den 8.00 Gottesdienst und den 18.00 GoDi. Allen (und besonders Musikern), die bei 8 Uhr aufstöhnen, sei gesagt: Startschuss für die Proben ist meist 1,5 – 2 Stunden vor Gottesdienstanfang… Der 8 Uhr GoDi ist recht entspannt, und mehr für Familien gedacht, während der 18 Uhr GoDi deutlich auf eine jüngere Zielgruppe zugeschnitten ist – das lässt sich gut an der Musik erkennen: Morgens sehr akustisch (fast Mumford & Sons – mäßig), abends kommt man sich mehr wie in einem Rockkonzert oder ner Disco vor. Das Gute ist: In beiden wird Jesus gepredigt und die Prediger sind wirklich gut J Soviel zum Sonntag. Unter der Woche helfe ich immer noch bei der „Songwriting Masterclass“ mit, einem Treffen für Songwriter in der Gemeinde. Dort hatten wir vor einer Weile Brooke Fraser („Something in the Water“) und Jonas Myrin („Day of the battle“) zu Besuch. Die beiden haben in einer entspannten Runde über ihre Erfahrungen in ihrem Handwerk geredet – unglaublich gut. Mittwoch Abend nehme ich an einem Abendkurs teil, der mit „Search for Life“ betitelt ist – im Prinzip eine Art Glaubensgrundkurs, der stark auf das Thema „Identität“ und die eigene Gottesbeziehung abzielt. Da sind mir bisher einige Kronleuchter aufgegangen und ich bereue kein Stück, mich dafür angemeldet zu haben. Ihr seht: Mir gefällt es hier gerade sehr gut und ich bin sehr dankbar, dass Gott mich hierher geführt hat (und gerade führt).

Ansonsten fröne ich weiterhin dem Liederschreiben und lese gerade extrem viel, vor allem christliche Literatur (geht viel einher mit dem oben beschriebenen Abendkurs). Meinen Geburtstag habe ich im Kreise meiner Freunde hier gefeiert – jeder hat was zu essen mitgebracht, sehr gut! Dank meiner Eltern durfte ich noch die Blueslegende Buddy Guy  live im Sydney Opera Haus sehen – der Hammer: 77 Jahre und kein Stück müde.

Im Inneren des weltberühmten Postkarten-Motivs.
Wie geht es nun weiter? Also: Wie gesagt ist mein Visum für ein Jahr gültig, das heißt bis Februar 2015 darf ich mich legal in Australien aufhalten. Mittelfristig spiele ich gerade mit dem Gedanken, ein drittes Jahr zu machen, oder vielleicht einen „richtigen“ Abschluss der Theologie hier zu erwerben. Ist aber noch Zukunftsmusik (beides braucht $). Langfristig ist mein Plan, wieder nach Deutschland zurückzukommen – und die positiven Worte, die ich von vielen von euch immer wieder bekomme, lassen mich auf diesen Weg mit Freude blicken. Im Moment habe ich jedoch den Eindruck, dass mein himmlischer Vater das Kapitel „Australien“ mit mir noch nicht abgeschlossen hat, und er hat das erste und letzte Wort in meinem Leben.
 
So komme ich nun zum Ende des längst überfälligen Updates. Vielen Dank fürs Lesen und eure Unterstützung, sei es im Gebet, eMails oder auf dem monetären Weg. Ich bete für euch!

Beste Grüße aus Tralien,
Sven

Keine Kommentare: