Nun ist es schon wieder eine (zu lange) Weile seit dem letzten Update aus „Down Under“ her (hüstel), also höchste Zeit für ein paar frische Infos, denn in den letzten 6 Wochen ist hier viel passiert. Glaubt mir: Ich würde noch gern gaaanz viel mehr schreiben!
Zuerst aber wieder ein herzliches „Danke!“ für alle Gebete, Spenden und die vielen Mails nach dem ersten Eintrag – es ist sehr ermutigend, von euch zu hören!
Nachdem in den ersten drei Wochen kein Tag wie der andere war, ist mittlerweile (Gott sei Dank!) eine gewisse Routine eingekehrt. Eine normale Woche sieht in etwa wie folgt aus:
Montag ist zum Glück recht entspannt – was nach dem Sonntag auch bitter nötig ist (siehe unten). Ich bin erst zum Mittagsgottesdienst an der Gemeinde. Alle diese Gottesdienste (also auch Dienstag + Mittwoch) sind für alle Studenten aus dem College. So sind es also jedes Mal ca. 800 Leute.Der Nachmittag ist frei (=Gitarre). Neben Gitarre nutze ich die Zeit auch für die Hausaufgaben, denn davon gibt es schon ein paar. Abends ist dann Bandprobe – dort spielen wir verschiedene Coversongs in einer festen Band. Gestern haben wir eine Art Generalprobe absolviert. Sehr spaßig!
Dienstag ist voll mit Vorlesungen. Morgens zum Thema „Personal Leadership“ (in etwa: Persönliche Weiterentwicklung) und nachmittags zum Thema „Old Testament Introduction“ (Einführung in das Alte Testament). Beides sehr interessante Fächer! Gerade beim Alten Testament ist es unglaublich hilfreich, dass mal systematisch durchzugehen, denn es steckt so viel dahinter! Abends ist dann alle zwei Wochen Hauskreis. Hier treffen wir uns in einer kleineren Gruppe, um uns über verschiedene Dinge auszutauschen, Spaß zu haben, zu beten, etc.
Mittwoch kann am ehesten als ein „ganz normaler Tag“ beschrieben werden: Morgens hab ich frei (=Gitarre) und nach dem Mittagsgottesdienst geht es am Nachmittag mit Vorlesung und Seminar zum Thema „Worship Band“ und „Musical Excellence“ weiter. Die Namen verraten es schon: Hier dreht sich alles rund um das Thema „Musik“ – und es gab schon viele sehr gute und Augen öffnende Momente! Es ist cool zu sehen, was alles hinter Musik steht und was es in Menschen bewirken kann. Der musikalische Tag schließt mit einem freiwilligen Seminar zum Thema Songwriting – letzte Woche haben wir uns das erste Mal getroffen und ich bin voller Vorfreude auf diese Zeit!
Donnerstag: Morgens passe ich als Teil der „Sisterhood“ auf 1-2 jährige Kinder auf. Habe ich bisher noch nicht gemacht, aber bisher ist es sehr, sehr spaßig! Mittags ist meist frei. Nachmittags ist ein Seminar in „Personal Leadership“ und abends Team Night am SouthWestCampus – kurz zur Erläuterung: Am Sonntag helfe ich in einem Gottesdienst mit, der an einem anderen Standort der Hillsong Gemeinde in Sydney ist (ca. 40 min Autofahrt von meinem Haus). Um dort mit den Leuten auch mal außerhalb des Sonntags etwas zu tun zu haben, treffen wir uns eben am Donnerstagabend.
Freitag: Frei (=Gitarre ;-)
Samstag: Morgens + mittags „Street Teams“. Das ist ein Teil der Hillsong CityCare. Praktisch machen wir dort folgendes: Wir gehen in sozial schwache Viertel, um Leute zu besuchen, mit ihnen in Kontakt zu kommen und ihnen zu helfen. Auf diese Weise sind schon viele gute Gespräche entstanden. Der Rest des Tages ist meist frei. In Zukunft werde ich dort aber mein Glück als Straßenmusiker in und um Sydney versuchen ;-)
Sonntag: Der anstrengendste Tag. 5:30 Uhr aufstehen, um zu den Gottesdienten zu fahren, bei denen ich helfe. Ein Bild von dem Gebäude seht ihr unten, im Grunde ist es eine umgebaute Lagerhalle. Die Gottesdienste sind um 9.00 und 11.00 Uhr, gegen 14.00 bin ich meist wieder zu Hause. Der Nachmittag ist dann frei und um 18.00 Uhr besuche ich dann den Gottesdienst in der Hauptgemeinde der Hillsong Church auf dem Hills Campus.
Die Hillsong Gemeinde (ein Bild von außen siehe unten. „Hope for humanity“ heißt „Hoffnung für die Menschheit“) selbst ist sehr lebendig und hier ist immer irgendwas los. Ein paar Beispiele: Anfang Februar war „Vision Sunday“; an diesem Sonntag haben die beiden Hauptpastoren und Gründer der Gemeinde, Brian und Bobbie Houston, die Vision für 2012 vorgestellt und in einem Treffen kurz danach noch mal etwas erläutert. Das Jahr 2012 steht unter dem Motto „Welcome Home“ (Willkommen zu Hause) und basiert auf der Bibelstelle Epheser 2,19ff. Kurz gefasst: Jeder soll sich hier wie zu Hause fühlen und in der Gemeinde wie in einer Familie leben wollen / können. Bisher gelingt das auch ganz gut ;-) Die Atmosphäre hier ist sehr freundlich und offen. Und nach nunmehr 2 Monaten hier haben sich auch schon ein paar tiefere Freundschaften entwickelt.
Was gibt es noch aus der Gemeinde zu berichten? Während meiner Zeit gab es bereits zwei Taufgottesdienste. Im ersten haben sich sage und schreibe 405 Leute (!) für die Taufe entschieden. Auf dem Bild seht ihr das Taufbecken und dahinter die Bühne – sehr gut gelöst und echt cool.
Die nächsten zwei Wochenenden stehen ganz unter dem Zeichen der “Colour Conference 2012”. Das ist eine Konferenz speziell für Frauen – und wir Männer tun an allen Ecken und Enden unser Bestes, damit sie eine richtig gute Zeit haben! Die letzten zwei Wochen wurde hier richtig Alarm gemacht, so dass nun jeder motiviert dort rein geht.
In unserem Haus gehen die Dinge nun auch einen normalen Weg. Ein bisschen Organisation und Absprache hilft bei insgesamt 9 Leuten (wir haben einen Dauergast) und die Hausgemeinschaft findet sich. Es haben sich schon echt gute Gespräche ergeben, viele Filmabende und ein Geburtstag (in den nächsten 5 Wochen haben wir insgesamt 4 davon). Auch mit 3, 4 Leuten aus dem College entwickeln sich echt gute Freundschaften, und auch hier geht es international zu: Jan aus Deutschland, Steffan aus Wales (UK), Zander aus Südafrika, Alex aus Amerika… Wir verbringen viel Zeit zusammen und beten oft füreinander.
Was gibt es sonst noch zu berichten? Ein kleiner „Newsticker“:
- Die Australier: Sind sehr offen und freundlich und irgendwie kann man mit jedem ins Gespräch kommen
- Das Wetter: Ist einfach unvorhersehbar: Von den Fluten kriegen wir hier nicht viel mit, aber 2 Wochen lang täglicher Wechsel von sintflutartigen Regenfällen und strahlendem Himmel ist nervig
- Die Klimaanlagen: Sind viel zu kalt eingestellt – Normalfall ist: Draußen 33°C und gefühlte 60% Luftfeuchtigkeit, drinnen 18°C und 20%. Die Erkältung, die ich schon seit längerer Zeit mit mir rumschleppe, geht da nicht wirklich weg…
- Das Internet: Hat bisher noch nicht in unser Haus gefunden. Die erste Gesellschaft, die wir gefragt haben, hat nach 4 Wochen rausgefunden, dass sie unsere Region nicht abdecken
- Die Kakerlaken: Bisher habe ich 21 Kakerlaken getötet (Inoffizieller Name: „Cockroach Kill Count“), davon eine um 3 Uhr nachts (ja, in meinem Bett) und eine mit dem Fuß der Kinderstunde in der Gemeinde. Super widerlich, die Viecher.
Bevor ich schließe, noch ein kleiner Rückblick auf die Gebetsanliegen vom letzten Mal. An dieser Stelle natürlich noch einmal ein großes „Danke!“ für eure Begleitung im Gebet – es tut sich wirklich was. Am College ist davon viel zu sehen!
- Vision: Es wird – In der letzten Zeit ist hier viel geschehen und ich blicke voller Zuversicht in die Zukunft. Aber bitte: Bleibt weiter dran!
- Einlassen: Ist definitiv passiert. Nach einem etwas schwierigen „Schockmoment“ fühl ich mich hier sehr wohl und genieße die Zeit hier.
- Hausgemeinschaft: Definitiv in die Tiefe gewachsen – gute Gemeinschaft und einfach coole Leute!
Wenn ihr mich im Gebet weiterhin unterstützen wollt, dann am liebsten für folgende drei Dinge:
- Vision (siehe oben)
- Gesundheit: Wie gesagt, die Erkältung hält sich hartnäckig. Am Montag war ich beim Arzt und habe nun Medikamente verschrieben bekommen. Betet für Heilung!
- Musik: Hier ist viel los (Unterricht, Straßenmusik, Songwriting). Bitte betet für viele lehrreiche Momente, dass ich an den Herausforderungen wachse und meine Gabe optimal für Gottes Reich einsetze.
Das war‘s auch schon wieder – ich freue mich, von euch zu hören und eure Fragen zu beantworten. Euch allen eine gute Zeit und viel Freude in dem, was ihr gerade tut!
Euer Sven aus Tralien
2 Kommentare:
Lieber Sven,
es tut gut von Dir zu hören und zu lesen, was in Down Under so los ist. Gefühlt rücke ich da gleich ein Stück naeher an Jesus heran. Vielen Dank! Gern beten wir weiter! Ich habe Christine Caine im Januar auf dem willow congress gehört - wow, eine echte Powerfrau. Lass Dich reichlich segnen, denn Du sollst ein Segen sein und bist es schon!
Viele Grüße! Maren, Franzi, Flo und Henning
Hallo Sven,
vielen Dank für die ausführliche Darstellung. Nun kann ich mir bei aller Unwissenheit doch so ungefähr vorstellen, was du dort machst und erlebst. Dabei wünsche ich dir noch spannende und aufschlussreiche Momente, alles Gute und vor allem gute Besserung.
Letztes Wochenende war bei uns an der FHN Zeugnisübergabe, musste dabei unter anderem an einige unserer gemeinsamen Projekte denken.
Ich freue mich, ab und zu per Blog von dir zu hören. Alles Gute!
Grüße, der JAN.
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